Ubud
Ubud ist mittlerweile zum Vorposten des Massentourismus mutiert. Als Kulturhauptstadt von Bali ist die Stadt immer noch traumhaft, wer sich aber Kunst, so wie im ursprünglichen Bali erhofft, wird leider etwas enttäuscht. Die vielen Galerien, Bars und Restaurants, die traditionellen Tanzveranstaltungen – all das ist für die Besucher aus den südlich gelegenen Tourismus-Hochburgen inszeniert. Wer als Pauschalurlauber also einen Tages- oder Wochenendausflug machen möchte bekommt hier 100% Bali und ist gold richtig.
Wer sich lieber fern ab der touristischen Pfade bewegt, für den ist Ubud genau so richtig und in jedem Fall sogar einen mehrtägigen Besuch wert. Man sollte nur vorher wissen, was einen erwartet. Dann kann man sich darauf einstellen und falls gewünscht gegen den Strom schwimmen. Es erwarten einen Galerien in denen keine Menschenseele zu finden ist und der Künstler seine Bilder nicht um jeden Preis verkaufen möchte, einsame, im Sonnenlicht funkelnde Reisfelder sowie freundliche Einheimische, die sich gerne auf einen Plausch einlassen.
Im November 2009 wurde in Ubud der Bestseller Eat, Pray, Love von Elisabeth Gilbert mit Julia Roberts in der Hauptrolle verfilmt – bald werden sich also noch mehr Touristen dort tummeln. Ubud eignet sich jedoch perfekt als Ausgangsbasis für Unternehmungen nach ganz Bali, und nur ein paar Schritte abseits der Touristenpfade lässt sich ein durchaus ursprüngliches Städtchen mit einem ganz besonderen Charme genießen.
Die Anreise
Ubud erreicht man am einfachsten per Taxi von den südlichen Badeorten oder Denpasar aus. Mit etwas Verhandlungsgeschick bekommt man die Fahrt in der Nebensaison für 150 000 Rupien, etwa 10 Euro. Der Fahrer fährt einen direkt zum Hotel oder klappert auch ein paar Hotels ab, bis die richtige Unterkunft gefunden ist.
Vom Süden aus gibt es aber auch Shuttle-Busse die Ubud anfahren, Pauschaltouristen bekommen die Tour an ihrer Hotelrezeption.
Ubud erleben – Reisfelder, Tempel und Kunst
Ubud ist mittlerweile mit seinen umliegenden Dörfern verwachsen. Campuan, Penestanan, Padangtegal, Peliatan etc – alle zusammen stellen heute das Stadtbild von Ubud dar. Die Kreuzung der Monkey Forrest Road und der JL Raya Ubud stellen das heutige Stadtzentrum. An der Monkey Forrest Road bedinden sich viele Bars, Restaurants und Hotels. Somit ist sie der ideale Ausgangspunkt um eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden und die Gegend zu erkunden.
Der frühe Vogel … – das gilt wohl für jeden Touristenort. Je früher man los zieht, desto besser kann man das erlebte genießen. Rund um Ubud gibt es eine Menge Galerien, Wanderpfade und Reisfelder, die man, wenn man früh morgens startet, mutterseelenalleine erkunden kann. Wenn man sich auf der Jala Raya Ubud westlich Richtung Campuan hält, erreicht man eine Vielzahl der Sehenswürdigkeiten Ubuds noch ohne touristisches schmückendes Beiwerk. So kann man einen Blick in den Fürstenpalast Puri Saren werfen und den Saraswati-Tempel anschauen. Das Museum Puri Lukisan liegt gleich gegenüber – es hat bis 16 Uhr geöffnet und würde einen schönen Zielpunkt der Wanderung abgeben.
Weiter auf der Jala Raya Ubud kommt man zum Pura Dalem, dem Tempel der Unterwelt sowie zum Pura-Gunung-Lebah, einem der ältesten Tempel auf Bali. Wenn man sich beim Pura-Gunung-Lebah rechts hält, kann man eine wunderschöne Tour rund um Ubud beginnen. Je früher und klarer der Morgen, desto besser ist die Aussicht auf die drei Vulkane Balis.
Am besten man besorgt sich gleich zu Beginn den Bali Pathfinder, eine sehr gute Wander- und Radkarte, die nicht nur in Ubud perfekte Dienste erweist. So kann man sich anhand der Karte und den Sehenswürdigkeiten, die man anschauen möchte eine perfekte Tour zusammen stellen.
Der Nachmittag lässt sich am besten in einer der vielen, typisch balinesisch eingerichteten Bars oder Cafes einläuten. Hier bekommt man neben frischen Fruchsäften, und balinesischen Menüs auch Burger, Cappuchino & co. Zum Essen werden Messer serviert – ein todsicheres Zeichen, dass man sich in einem touristischen Zentrum befindet. Klimaanlage und WIFI laden zum verweilen ein, mit einem guten Buch oder einem Gespräch mit der Gleichgesinnten lässt es sich prima aushalten.
Weitere Aktivitäten in Ubud:
Wer länger in Ubud verweilt, dem seien noch einige weitere Aktivitäten ans Herz gelegt:
Nördlich der Stadt befindet sich der botanische Garten – für Blumen- und Orchideenfans ein absolutes Highlight, südlich der Stadt liegt der Affenwald, ein von Makaken-Affen bewohnter heiliger Ort mit Tempel.
In Ubud kann man Mal- und Batikkurse besuchen, balinesisch Kochen lernen, unter Anleitung meditieren, Elefanten reiten, und und und. Die Touri-Info gegenüber des Fürstenpalastes oder die Hotelrezeption kann hierzu jeweils die passenden Kontakte herstellen.
Ubud und Umgebung mit persönlichem Fahrer erkunden:
Man kann auch einfach einen der Taxifahrer oder Fahrer mit Privatwagen am Fussballplatz in der Monkey Forest Road fragen. An dem zentral gelegenen Platz ist eine Art Taxistand für die einheimischen Fahrer. Wenn ein Fahrer sympathisch erscheint, kann man mit ihm gleich eine Tour zu den etwas entfernter liegenden Sehenswürdigkeiten buchen.
Hier haben wir auch den für uns besten Fahrer unserer gesamten Indonesienreise kennen gelernt. Made Surnawa ist ein selbständiger Fahrer, der Taxifahrten und Touren „with relaxing time“ anbietet. Ein äußerst angenehmer Zeitgenosse, der sehr viel über seine Heimat weiss. Dazu hat er keine übertriebenen Preise – good times. Wir haben mit ihm eine Tour in die Umgebung von Ubud und den Norden Balis gemacht.
Wer Made buchen möchte: er ist unter 081 236 69474 erreichbar, man erkennt ihn auch an einem großen Leberfleck auf der linken Backe.



