Geografie Indonesiens
Tanah Air, “Land und Wasser”, nennen die Indonesier ihre Heimat. Indonesien ist nach europäischen Maßstäben beinahe ein Kontinent. Auf Europa projeziert würde Indonesien mit einer eine Fläche, die sich von Sumatra im Westen bis hin zum 5100 km enfernten Neuguinea im Osten erstreckt, von Spanien bis zum Ural reichen. Indonesien ist der grösste Inselarchipel der Erde. 81 % der Fläche des Landes besteht aus Wasser. Der Ursprung der Entstehung liegt im Zusammenstoss der australischen und asiatischen Kontinentalplatten, die gegeneinander drifteten und so die Insel Borneo aus dem Meer aufsteigen liessen. Währenddessen setzte in dem gesamten Gebiet starker Vulkanismus ein, in dessen Folge ein komplexes System mehrerer Inselbögen entstand.
Die indonesischen Inseln werden wie folgt unterteilt:
- die großen Sunda-lnseln (Java, Sumatra, Kalimantan und Sulawesi)
- die kleinen Sunda-lnseln umfassen die Inselkette von Bali bis Timor
- die Molukken liegen nördlich der kleinen Sundainseln und östlich von Sulawesi.
Viele der Inseln Indonesiens wie z.B. Sumatra, Sulawesi, Java, Bali, die kleinen Sundainseln und zahlreiche Molukken-Inseln sind vulkanischen Ursprungs.Von insgesamt mehr als 13600 Inseln sind ca. 3000 besiedelt, wobei beinahe jede einzelne aufgrund ihrer geografischen Lage wirtschaftliche, geschichtliche und natürlich auch kulturelle Besonderheit aufweist.
Zeitzonen & sprachliche Vielfalt
Wer Indonesien bereist muss 3 Mal seine Uhr umstellen – jede der 27 Provinzen kann es von der Größe mit einem europäschen Staat mittlerer Größe aufnehmen.
Da in Indonesien ca. 360 Sprachen und Dialekte gesprochen werden, die zum Teil nicht unterschiedlicher sein könnten, wurde nach der Unabhängigkeit die Bahasa Indonesia, die heutige indonesische Sprache eingeführt. Zwar wird auf dem Land immer noch fast ausschließlich die Regionalsprache gesprochen – mittlerweile hat jedoch fast jeder Indonesier ausreichend Kenntnisse in der offiziellen Landessprache.
Indonesien kann viele Bodenschätze sein Eigen nennen. Zudem sind die klimatischen Voraussetzungen mit hoher, gleichmäßiger Temperatur, hoher Luftfeuchtigkeit und relativ großen Niederschlagsmengen ideal für landwirtschaftliche Nutzung des Landes.
Vulkane durchziehen die Inseln, ca. 60% der über 200 Vulkane sind noch aktiv. Erdbeben und Vulkanausbrüche lassen das gesamte Gebiet bis heute nicht zur Ruhe kommen. Jährlich werden in Indonesien ca. 1000 Erdbeben registriert. Einige der Vulkanausbrüche gehören zu den grössten Natur- katastrophen der jüngeren Erdgeschichte. So kamen, als im August 1883 der Vulkan Krakatau zwischen den Inseln Sumatra und Java ausbrach, 36000 Menschen ums Leben. Der Vulkan explodierte mit einer Energie von 100000 Hiroshima-Bomben.
Im April 1815 kam es auf der Insel Sumbawa östlich von Bali zu einem noch gewaltigeren Ausbruch des Vulkans Tambora. Der Gipfel des Tambora brach in sich zusammen und verringerte die Höhe des Vulkans um 1250 Meter auf seine derzeitige Höhe von 2936 Metern. Der Krater, der durch die gewaltige Explosion gebildet wurde, hat einen Durchmesser von 11 Kilometern !!! Durch den Ausbruch wurden 90000 Menschen getötet. Die ausgestossene Asche und Lava verdunkelten die Sonne auf der ganzen Welt und verursachten so den berühmten “Sommer ohne Sonne” von 1816.
Von über 400 Vulkanen des Archipels sind heute noch etwa 100 aktiv. Das Landschaftsbild vieler Inseln ist durch Vulkane geprägt. Der Gunung Kerinci in Westsumatra ist mit 3800 Meter der höchste, gefolgt vom Gunung Rinjani (3775 Meter) auf der Insel Lombok und dem Gunung Semeru (3680 Meter) auf der Insel Java. Einer der gefährlichsten und aktivsten Vulkane ist der Gunung Merapi (2911 Meter) in der Nähe der Stadt Yogyakarta auf der Insel Java, der in einer sehr dicht bevölkerten Region liegt und nahezu alle 5 Jahre ausbricht.
Seit 1999 ist zudem die Insel Timor geteilt: Nachdem sich 80 % der Bevölkerung Osttimors in einem Referendum für die Unabhängigkeit von Indonesien ausgesprochen hat, entstand auch hier ein eigenständiger Staat. Osttimor war 1975 von Indonesien vereinnahmt worden, nachdem es zuvor von Portugal seine Unabhängigkeit erhalten hatte.
Aufgrund der geografischen Lage der Inseln beiderseits des Äquators ist das Klima tropisch mit hohen Niederschlägen. Die Temperaturen liegen im Flachland das ganze Jahr über bei 22 – 34 Grad Celsius, in Höhenlagen entsprechend niedriger.



